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Best Practice - hier sammeln wir besonders tolle Tandemprojekte und Patengeschichten:

Best Practice aus den Chancenpatenschaften - besonders anschauliche Tandemprojekte und Beispiele für Patenschaften:

 

 

Brettspielprojekt in Haiger (Johann-Textor-Schule)

© Mareike Hoksch

 

Presseartikel zum Projekt:

https://www.mittelhessen.de/lokales/dillenburg/haiger/paten-wollen-kindern-chancen-bieten_20400263

In Haiger gibt es dank des vorbildlichen Engagements des Vorsitzenden des Schulfördervereins ein ganz besonderes Projekt. Da er selbst über eine Brettspielsammlung von über 4000 Exemplaren verfügt, lag ein Spielprojekt nah - gesagt getan, sogar die Cafeteria wurde entsprechend für das Projekt umgebaut und ein eigens angefertigtes Schild angebracht.

Chancenpat*innen mit den verschiedensten sozialen / finanziellen Voraussetzungen können nach der Hausaufgabenbetreuung auf Augenhöhe miteinander spielen, ob mit oder ohne bisherige Spielerfahrung. Oft gibt es zuhause keine oder nur wenige Brettspiele, sodass auch dieser Zugang durch das Projekt erstmalig ermöglicht wird. Die Verbindung zwischen den Tandempartner*innen geschieht wunderbar auf spielerische Weise und bringen die Kinder regelmäßig zusammen. Aufgrund des großen Erfolgs der Brettspieltandems ist der Anstoß für weitere tolle Tandemprojekte an der Schule gegeben.

Seifenkistenprojekt in Frankfurt (Bürgermeister-Grimm-Schule / Ackermannschule)

© Mareike Hoksch

 

„Ein tolles Projekt, hatten wir doch wirklich viel Spaß und brachten unsere Schüler*innen näher zusammen.“

Die Frankfurter Bürgermeister-Grimm-Schule bildete Chancenpatenschaften mit den Schüler*innen der Ackermannschule gleich nebenan. Die Regel- und die Förderschule, die auf demselben Gelände unterrichten, mussten in der Vergangenheit den einen oder anderen Streit schlichten. In den Werkräumen der BGS wurden dank des Programms gemeinsam in Kleingruppen Seifenkisten gebaut, das Fahren auf dem gemeinsamen Schulhof in Teams erlernt und abschließend ein großes Rennen veranstaltet. Die Paten und Patinnen trafen sich zum Bau der Seifenkisten in Vierer-Gruppen, mit je zwei Schüler*innen der BGS und zwei der Ackermannschule. In sechs Wochen wurden so insgesamt 15 fahrtüchtige Seifenkisten gebaut, eine beeindruckende Leistung. Beim Bau der Seifenkisten wurde auch das Thema Upcycling bedacht - um die Materialien aufzutreiben haben die Verantwortlichen vor Ort Flohmärkte nach alten Buggys und Rädern durchkämt um deren Reifen ein zweites Leben zu schenken. Kombiniert mit der finanziellen Unterstützung für das Chancenpatenschaftsprojekt entstanden so die kreativsten Kisten. Neben klassischen vierrädrigen Konstruktionen wurden auch imposante Trikes und Roller per Hand zusammengebaut.

Am 27.06.2019 wurde dann im Rahmen des Sport- und Spielefest beider Schulen ein Abschlussrennen der Seifenkisten veranstaltet. Alle Schüler*innen durften die bunten Gefährte der stolzen Tandem-AG bestaunen und im Rahmen des sportlichen Parcours auch selbst damit fahren. Nach der Wahl eines freien Gefährts ging es los – mal mehr, mal weniger holprig, aber immer mit viel Spaß! Laut den Pädagogen vor Ort ist auffallend, wie gut sich die Zusammenarbeit der Schulen verbessert hat. Die Idee zur Seifenkisten-Aufschrift der vereinten Schulkürzel „BGS+AS“ kam sogar von den Tandempat*innen selbst. Die gemeinsame Verständigung sei viel besser geworden – das ist sicher nicht nur für die Tandems, sondern für alle Schüler*innen ein Gewinn: "Das Seifenkistenprojekt ist, wie wir finden, unglaublich erfolgreich abgeschlossen. Wir und vor allem die Kinder, hatten über zwei Monate hinweg sehr viel Spaß beim Bau der Fahrzeuge und die Beziehungen zwischen den Kindern unserer beiden Schulen sind stark gewachsen.“

Der Erfolg durch den gegenseitigen Austausch hat die Schulen inspiriert, auch in der nahen Zukunft noch enger zusammenzuarbeiten und weitere Tandemprojekte zu ermöglichen. Auf der Homepage der Umsetzenden finden sich viele weitere Bilder rund um das Projekt und den Entstehungsprozess: http://jugendbrauchtarbeit-frankfurt.de/aktuelles-und-termine/seifenkisten/

Waldwochen-Tandems (Grundschule Beselich)

© GS Beselich

 

"Neue Freundschaften sind entstanden. Das Tandem war ein voller Erfolg. Vielen Dank noch einmal für Ihre Unterstützung. Ohne die finanzielle Unterstützung durch das Patenschaftprogramm hätten die beiden leider nicht teilnehmen können. DANKE!!"

Dank der Pädagogin vor Ort konnten auch zwei finanziell benachteiligte Kinder ihre sprachliche Entwicklung und sozialen Kontakte mittels Spiel und Spaß im Wald vertiefen. Mittels des Engagements und der Chancenpatenschaften konnten Tandempartner*innen gefunden werden die bereits im Kindergarten eine Waldgruppe besucht haben und über viel Erfahrung im Wald verfügen.

Aus dem Bericht der betreuuenden Pädagogin zum Projektthema 'Im Wald gibt es viel zu entdecken':

"Im Mittelpunkt standen erlebnisreiche Tage in der Natur, viel Bewegung und Freispiel. Uns ist es wichtig, Kindern wieder die Möglichkeit zu geben in und mit der Natur zu sein. Daher konnten wir mit der Unterstützung von Andreas Müller, Waldpädagoge beim Hessenforst in Weilburg, den kleinen „Wald-Abenteurern“ unendliche Möglichkeiten für spannende Erklärungen und Entdeckungen, lustige Spiele und jede Menge Spaß bieten. Da in der Gruppe ein ganz tolles Miteinander herrschte und auch das Wetter größtenteils mitspielte, nahmen die jungen Abenteurer nach einem stärkenden Frühstück bei den Schulspatzen den täglichen Fußmarsch in den Wald gerne auf sich. Die Kinder nutzen Kreativangebote wie Schnitzen, Arbeiten mit Ton und Basteln. Ein besonderes Highlight war aber, selbst ein Lagerfeuer zu machen und Stockbrot über der Glut zu garen."

Kreative Chancenpatenschaften (Berthold-Otto-Schule Frankfurt)

© Elke Kubon

 

"Zunächst möchten wir uns ganz herzlich für die wirklich unkomplizierte Mittelerstattung von Ihrer Seite bedanken. Wir sind stolz auf unsere schönen Beete und die Kinder lieben eigene Erdbeeren!"

Dank des besonderen Engagements zweier Klassenlehrerinnen an der BOS gibt es hier klassenübergreifende Tandems mit verschiedenen Teilhabechancen. Nicht als Großprojekt, sondern mittelfristig angelegt mit den kreativsten Ideen und tollsten Erlebnissen zur Stärkung der Kinder beider Klassen: vom Besuch des Frankfurter Weihnachtsmarkts (für einige Kinder zum ersten Mal) über Wasserspiele im Sommer, Faschings- und Osternbasteln, einem ausgeklügelten Bau- und Malprojekt sowie einem Gartenbeetprojekt und der Teilnahme an den Frankfurter Hafenpiraten.

"Unser vorletztes Projekt ‚Bauen und Malen‘ war sehr erfolgreich. Alle Kinder haben das ruhige Angebot gerne angenommen und sich bei den schwierigeren Ausmalblättern sowie der Hintergrundgestaltung theoretisch und praktisch beraten lassen. Mein Klassenzimmer hingegen wurde von potenziellen Architekten und Bauleitern mit dem neuen Baumaterial zu einer Grossbaustelle umfunktioniert. Vielen Dank nochmals für die Unterstützung!!"

Integrative Koch-AG in Marburg (Astrid-Lindgren-Schule)

© Simone Wittmann

 

"wir waren begeistert und werden im herbst kartoffeln ernten (und mit dem traktor fahren :-))"

Den Tandems der Koch-AG mit DaZ-Kindern (mit und ohne Fluchterfahrung sowie mit und ohne körperlicher/geistiger Einschränkung) wurde durch das Programm als besonderes Highlight ein Ausflug ermöglicht. Ohnehin wird gemeinsam gekocht, gegessen und auch die Aufräumarbeiten werden gemeinsam organisiert. Da die kleinen Köche und Köchinnen bereits für den Bereich Lebensmittel und deren Verarbeitung sensibilisiert sind war es eine prima Idee, einmal vor Ort zu sehen wie ein Bio-Bauernhof aussieht. Der Bericht der betreuuenden Pädagogin spricht Bände:

"Bei unserem Besuch in der Seelbacher Ziegenkäserei wurden wir herzlich von der Bäuerin, ihrer kleinen Tochter und der freundlichen Katze empfangen. Nachdem wir die Schweine begrüßt und mit Heu versorgt hatten, erklärte die Bäuerin, wie aus Ziegenmilch Käse entsteht, und dass dabei sehr viel Molke anfällt. Diese durften wir mit Eimern in Schweinetröge füllen, und dann konnten wir mit großem Interesse beobachten, wie sich die Schweine um die letzten Reste im Trog lautstark stritten. Weiter ging es zur Ziegenherde mit 2 Bollerwagen, die alles bereithielten für ein Picknick im Wald. Angekommen bei den Ziegen, mischten wir uns unter die Herde und es wurde ausgiebig gestreichelt. Die Bäuerin zeigte uns, wie gemolken wird und dann durfte, wer wollte, es auch versuchen.
Die Kinder konnten sich kaum von den Ziegen loseisen, aber das Picknick wartete, und der Hunger wurde mit Brot und Ziegenfrischkäse und Obst gestillt. Auf dem Nachhauseweg waren wir uns einig: Wir kommen wieder!!

Herzlichen Dank an den Ziegenhof in Seelbach und an das Projekt Chancenpatenschaften, das diesen Ausflug ermöglichte!"